Die Zwettler Autorin Ilse Krumpöck stellt ihr Werk über Weitras Vergangenheit vor. Sie erzählt aus der Perspektive von Unternehmer Ludwig Knapp.

Beschäftigt man sich mit der Geschichte der Stadt Weitra, so kommt man am Ehepaar Ludwig und Maria Knapp aus Schützenberg nicht vorbei: Es hat im Zweiten Weltkrieg 26 jüdische Zwangsarbeiter vor der Deportation ins KZ Theresienstadt gerettet.

Dem Ehepaar wurden zahlreiche Medienberichte, Erwähnungen in historischen Büchern und Ehrungen im In- und im Ausland zuteil. Jetzt gibt es ein neues Buch. Die Zwettler Autorin Ilse Krumpöck beschäftigt sich in „Juden, wascht eure Wäsche! – oder Die Gerechten von Weitra“ mit den Geschehnissen. Am 10. Dezember um 16 Uhr findet im Weitraer Rathaussaal eine Buchpräsentation statt.

Für Ilse Krumpöck ist es mittlerweile das 22. Werk. „Ich wollte endlich etwas Positives über die Kriegswirren schreiben und bin dabei auf Ludwig und Maria Knapp gestoßen, deren Geschichte mich sofort interessiert hat“, sagt Krumpöck, die schon über Hitlers Großmutter, über den Juden von Schaffa oder einen Ungarn-Flüchtling geschrieben hat. Über ein Jahr arbeitete sie an ihrem neuesten Buch. Darin durchleuchtet sie die bekannte Geschichte des Inhabers eines Sägewerkes, der mit seiner Gattin jüdische Zwangsarbeiter aufgenommen, betreut und unterstützt hat und diese vor ihrem sicheren Tod im KZ bewahren konnte.

Enkel des Ehepaares wurde zum „Retter des Buches“

„Über das Ehepaar Knapp gibt es schon sehr vieles zu lesen, aber ich habe diese Geschichte aus der Sicht von Ludwig Knapp geschrieben, das gab es bisher noch nicht“, sagt Krumpöck. Während der Arbeit am Buch habe sie auch einige Male den Wohnort des Ehepaares Knapp in Schützenberg besucht – zur Inspiration.

Einen großen Dank spricht die Autorin auch dem Arzt Arthur Buchhöcker aus. Der Enkelsohn der Lebensretter stellte ihr die Originalbriefe, die sein Großvater an die geretteten Juden geschrieben hat, leihweise zur Verfügung. Und er war „Retter dieses Buches“: Sie hatte fast 90 fertige Seiten am Computer gespeichert, als die Datei plötzlich verschwunden war: „Nicht einmal ein Fachmann konnte sie wieder herstellen. Ich war völlig am Boden. Doch Arthur Buchhöcker hat mir die Seiten, die ich ihm zur Ansicht geschickt hatte, retourniert.“ Krumpöcks Sohn Florian wird als Pianist für den musikalischen Rahmen der Buchpräsentation sorgen.

NÖN.at | Dezember 2023
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