Der Ungarn Flüchtling

1956
Peters Weg von daheim nach Hause

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… Zitternd vor Angst versucht er, Gyulas Rockzipfel zu erwischen, sodass sein Kumpel ebenfalls abrupt innehält. Jetzt hört auch er es ganz deutlich. „Ch – ha, Ch – ha, Ch – ha…“ Das klingt, als würde jemand keine Luft mehr bekommen. Kurzatmig eben, man könnte meinen, es sei das abgehackte Schnaufen eines Asthmatikers. Nebeneinander und an Ort und Stelle warten sie ab. Aber nichts geschieht. Plötzlich ist es weg, das Keuchen. Der Verfolger dürfte abgebogen sein, denn das Geräusch wird leiser, scheint sich zu entfernen, sodass es sich nur noch wie ein leises Hecheln anhört. Jetzt ist es wie weggeblasen, schlagartig verschwunden, so wie es gekommen ist. Nach ein paar Sekunden wagen die beiden es endlich, weiter zu schleichen. Sie werden wohl nie erfahren, wer oder was das war. „Ob sich noch jemand heute Nacht in Richtung Grenze wagt?“ fragt sich Péter. Hastig gehen sie weiter in der stockdunklen Nacht. Jetzt erst wird dem Jungen bewusst, worauf er sich da eingelassen hat.

Mag. Dr. Ilse Krumpöck-Schwarz

Beruf: Kunsthistorikerin, Schriftstellerin
Geboren 1952 in Bregenz, Realgymnasium, Matura, Pädagogische Akademie Feldkirch mit Lehramtsprüfung, sechsjährige Lehrtätigkeit an Volks- und Hauptschulen in Bregenz und Wien, Studium der Kunstgeschichte in Wien, ebendort langjährige Leiterin des kunsthistorischen Referates im Heeresgeschichtlichen Museum, im Rahmen dieser Tätigkeit zahlreiche Publikationen zu kunst- und zeitgeschichtlich relevanten Themen, Kuratorin diverser fachspezifischer Ausstellungen, Schwerpunkt: Kalter Krieg und Eiserner Vorhang, Beschäftigung mit zeitgenössischer Plastik, lebt als begeisterte Aussteigerin und freie Schriftstellerin sozialhistorischer Romane, zeithistorischer Werke und humoristischer Lyrik auf der Suche nach dem Wesentlichen seit 2008 im Waldviertel/Niederösterreich.
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